Anglerverein Karlsruhe e.V.

Sie befinden sich auf: AVK > Bachpaten > Bachpaten Kämpfelbach

Ins kalte Wasser geworfen


Experiment geglückt: Harry Faaß, Michael Stein und Peter Neininger (von links) haben Forellen mit Hilfe spezieller
Brutboxen direkt im Teich bei der Weiherbrunnenquelle aufgezogen.

Bachpaten Kämpfelbach haben zum ersten Mal kleine Forellen direkt im Bach aufgezogen.

Text und Foto: Nico Roller

Plätschernd läuft das Wasser zurück in den Teich, als Harry Faaß und seine Kollegen mehrere durchsichtig schimmernde Boxen herausziehen. „Es ist schön, zu sehen, dass unsere Überlegungen und unsere Arbeit so toll gefruchtet hat“, sagt Faaß, als er in das Wasser des Teichs schaut und die vielen kleinen Fische betrachtet, die dort schwimmen. Er leitet die zum Anglerverein Karlsruhe gehörende Bachpatengruppe, die für den Kämpfelbach und dessen Nebengewässer zuständig ist. Dort hat man die kleinen Forellen dieses Jahr mithilfe sogenannter Whitlock Vibert Boxen direkt im Gewässer aufgezogen. Was eine große Neuerung darstellt, denn bisher wurden die Forellen erst ausgesetzt, als sie schon kleine Fische waren, sogenannte „Sömmerlinge“. Um sie in diesen Zustand zu bringen, sind sie in einer eigens dafür geschaffenen Umgebung aus Forelleneiern ausgebrütet worden – und zwar im Bruthaus des Anglervereins in Karlsruhe. In unzähligen Arbeitsstunden wurden sie dort von den Ehrenamtlichen so lange gepäppelt, bis sie mindestens fünf Zentimeter groß waren. Doch das ging nicht ohne Tag und Nacht brennendes Licht und ohne Pumpen, die rund um die Uhr laufen. Was einen hohen Energieverbrauch zur Folge hatte, der angesichts der aktuellen Strompreise für den gemeinnützigen Verein kaum noch zu finanzieren war.

Notgedrungen hat man daher den Betrieb im Bruthaus stark heruntergefahren und sich dafür entschieden, es einmal mit der natürlichen Erbrütung der Eier direkt im Bach zu probieren. Eine Möglichkeit dazu ist, die bereits befruchteten Eier in Laichgruben in den Bach einzuspülen. Doch das hat am Kämpfelbach laut Faaß auch wegen eines Starkregenereignisses nicht geklappt, bei dem die im Regenwasser befindlichen, feinen Sedimente die Eier erstickten. Zudem fehlte das passende Substrat für die Laichgruben: Es gibt fast nur Lehm und Kalksinter. Deswegen sind Faaß und seine Kollegen auf eine andere Methode ausgewichen, mit der sie deutlich mehr Erfolg hatten. Im Mittelpunkt standen dabei die Whitlock Vibert Boxen, die mit den Eiern gefüllt und dann im Bach versenkt wurden. Die Boxen bestehen aus zwei übereinanderliegenden Kammern, die sicherstellen, dass die Fischlarven erst in den Bach gelangen, wenn sie ihren Dottersack aufgebraucht haben und selbst schwimmen können. Denn erst dann sind sie fertige, kleine Fische und dazu in der Lage, alleine zu überleben.

Im Weiherbrunnenbach bei Stein hat das laut Faaß überraschend gut funktioniert. Was er auch darauf zurückführt, dass man sich im Vorfeld genau überlegt hat, wo man die Boxen versenkt: Es musste eine Stelle sein, die nicht durch Starkregenereignisse gefährdet ist, die genug Sauerstoff und eine leichte Strömung bietet. Fündig wurde man im Teich bei der Weiherbrunnenquelle, der vielen Einheimischen besser als „Ententeich“ bekannt ist. Im Januar haben Faaß und seine Kollegen die Boxen dort eingesetzt – und sie wegen des sandigen Untergrunds dabei auf Pflastersteine gestellt. Um Enten und Reiher auf Abstand zu halten, brachten sie Drahtgitter an. Immer wieder kontrollierten sie die Installation – und stellten schon nach zwei Wochen erfreut fest, dass sich ein Bruterfolg eingestellt hatte: Als sie die übrigen, in den Boxen zurückgebliebenen Eier betrachteten, konnten sie daraus schließen, dass aus etwa 60 Prozent tatsächlich kleine Fischchen geworden waren.

Für Faaß eine gute Quote. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt der Leiter der Bachpatengruppe, der sich allerdings auch keinen Illusionen hingibt: Viele der kleinen Forellen werden nicht lange überleben, weil sie von Vögeln, Enten und anderen Fischen gefressen werden. Inzwischen haben Faaß und seine Kollegen die Boxen zum zweiten Mal mit Eiern befüllt, aus denen zum Teil auch schon erste Larven geschlüpft sind. Er könnte sich gut vorstellen, das Ganze in Zukunft immer auf diese Weise zu machen. „Wir werden sogar schauen, dass wir weitere Boxen besorgen“, sagt Faaß, der beobachtet hat, dass direkt im Bach aufgewachsene Forellen im Gegensatz zu denen aus dem Bruthaus deutlich schreckhafter sind, dass sie viel schneller die Flucht ergreifen und sich nicht so bereitwillig füttern lassen. „Sie werden hier gleich an ihren natürlichen Lebensraum gewöhnt.“

Bericht zu den Bachpaten Kämpfelbach in der Pforzheimer Zeitung

Am 17.02.2020 erschien in der Pforzheimer Zeitung ein Artikel über die Bachpaten Kämpfelbach des AVK mit dem Titel "Bachpaten sind wieder aktiv".

Sie finden den Artikel (►hier)

Fotoserie

Einige Impressionen von der Arbeit der Bachpaten Kämpfelbach des AVK






Bei Wind und Wetter im Einsatz für die Natur

Seit fast 30 Jahren kümmern sich die Bachpaten des AVK ehrenamtlich um Kämpfel- und Bruchbach. Nico Roller hat das Team bei ihrem Arbeitseinsatz begleitet.

Text und Fotos: Nico Roller
 

Bachpaten des AVK kümmern sich ehrenamtlich um außerörtliche Bereiche von Kämpfel- und Bruchbach

Ratternd und knatternd setzt sich der Forstschlepper in Bewegung. Obwohl er eine Menge Leistung unter der Haube hat, bereitet es ihm Schwierigkeiten, den fast fünf Meter hohen Strauch mitsamt seiner Wurzel aus der Erde zu ziehen. Zumal der Boden vom Regen der vorangegangenen Tage auch noch feucht und aufgeweicht ist. Immer wieder setzt sich die schwere Maschine in Bewegung. Jedes Mal ragt ein bisschen mehr von der Wurzel aus dem Boden. Nach einigen Versuchen ist es geschafft: Der Strauch ist raus. Wo er eben noch stand, klafft nun ein rund 50 Zentimeter tiefes Loch im Boden, das sich sofort mit Wasser füllt. „Gumpen“ sagt Harry Faaß dazu. Er leitet die Bachpatengruppe Kämpfelbach und ist an diesem Samstagvormittag zusammen mit zwölf weiteren ehrenamtlichen Helfern am Bruchbachsee zwischen Stein und Bilfingen im Einsatz. Wobei das Wort „See“ eigentlich eine Übertreibung für das zwischen unzähligen Bäumen liegende, etwa knietiefe Gewässer ist. Tümpel würde es wohl eher treffen. Wo Laien nur eine braune, schlammige Pfütze sehen, erkennen Faaß und seine Kollegen den Bruchbachsee: ein Gewässer mit ökologischer Bedeutung. Eines von vielen Gewässern, um das sie sich ehrenamtlich kümmern.

Sträucher am Bruchbachsee werden entfernt - Kröten sollen dort wieder laichen

An diesem Vormittag entfernen sie die Weiden-Sträucher, die im Bruchbachsee in den vergangenen Jahren wild aufgegangen sind. Ein dickes Seil legen sie um den Stamm, dann ziehen sie mit einer Seilwinde – so lange, bis der Strauch mitsamt Wurzel entfernt ist. Absägen allein würde nur wenig bringen, erklärt Faaß: „Die Weiden würden sofort wieder austreiben.“ Ziel des Arbeitseinsatzes ist, den Bruchbachsee teilweise wieder gehölzfrei zu machen. Aber warum eigentlich? „Damit Tiere dort laichen können“, sagt Faaß. Der Leiter der Bachpatengruppe kann sich noch an die Zeit erinnern, als der See noch nicht zugewachsen war: Als er vor 35 Jahren seinen Führerschein machte, konnte man den nur wenige Hundert Meter entfernt liegenden Bilfinger Weg im Frühjahr nicht mehr befahren. „Die Straße war braun vor lauter Kröten.“ Faaß vermutet, dass das Zuwachsen des Sees dafür verantwortlich ist, dass die Kröten dort seit einiger Zeit nicht mehr laichen. Denn dazu brauchen sie ein gewisses Maß an Sonnenlicht. Indem sie einige der Sträucher auf der Südseite des Sees entfernen, wollen die Bachpaten genau dafür sorgen. Ob die Aktion Erfolg haben wird, ob die Kröten tatsächlich zurückkommen, kann Faaß nicht sagen. Sein könnte es durchaus, denn der Bruchbachsee wird von einer unterirdischen Quelle gespeist und hat deswegen das ganze Jahr über Wasser. „Ich habe noch nie erlebt, dass er ausgetrocknet war“, erzählt Faaß, der früher, als Kind, noch an dem See gespielt hat. Für Kröten ist das ideal: Damit ihre Brut nicht vorzeitig verendet, muss sie dauerhaft im Wasser liegen. Im Frühjahr, wenn es keinen Frost mehr gibt, legen die Elterntiere ihre Eier, aus denen sich bis zum Sommer Kaulquappen und anschließend die Jungtiere entwickeln. Faaß betont: „Es gibt keine Garantie, dass wir Erfolg haben.“ Aber einen Versuch sei es auf jeden Fall wert. „Gar nichts zu machen, bringt ja auch nichts.“ In zwei bis drei Jahren wisse man mehr. In Geduld sind die Bachpaten ohnehin geübt. Ihre Maßnahmen sind langfristig angelegt und sollen nachhaltige Wirkung haben.

Gehölzpflege entlang Kämpfel- und Bruchbach

Ehrenamtlich kümmern sie sich um die gesamten außerorts liegenden Gewässerflächen des Kämpfel- und des Bruchbachs. Die Gehölzpflege gehört auch dazu: Beim Auslichten müssen überschüssige Bäume entfernt werden, um die Struktur des Bachs zu erhalten. Ein Gehölzsaum müsse gepflegt werden, erklärt Faaß: Es brauche einen Bewuchs, der die Uferbefestigung gewährleistet und gleichzeitig eine Abwechslung zwischen jungen und alten Bäumen aufweist. Abgestorbene Bäume lassen Faaß und seine Kollegen nach entsprechender Sicherung bewusst stehen: „Totes Holz ist voller Leben.“ Auch um die Pflege natürlich vorkommender Sträucher wie Holunder, Haselnuss und Pfaffenhütchen kümmern sich die Bachpaten. Jedes Jahr schaffen sie ein paar hundert Meter. Fertig sein werden sie nie, weil sich die Natur ständig entwickelt. Nicht alle Helfer sind Mitglieder bei den Bachpaten. Manche beteiligen sich auch einfach so an den Aktionen, um der Natur etwas Gutes zu tun und die heimischen Kulturlandschaften zu erhalten. Sie arbeiten bei jedem Wetter – egal, ob es regnet, schneit oder bitterkalt ist. Auch bei 20 Grad unter null waren sie schon im Einsatz. „Wenn wir es nicht machen, dann macht es keiner“, sagt Faaß lächelnd. Manche Helfer sind nicht Mitglied bei den Bachpaten, sondern beteiligen sich einfach so an den Pflegemaßnahmen, weil sie Spaß an der Arbeit im Freien haben und etwas Gutes für die Umwelt tun wollen.

Bachpaten des AVK Seit fast 30 Jahren im Einsatz

Die Bachpaten gehören zum Anglerverein Karlsruhe, der sich vor rund 30 Jahren für die Übernahme der Patenschaft bei den Gemeinden Königsbach-Stein und Kämpfelbach beworben hat. Auf den Gemarkungen der beiden Gemeinden kümmern sich die Bachpaten auf einer Länge von rund zwölf Kilometern um den Kämpfel- und um den Bruchbach. 1991 gegründet, startete die Gruppe zunächst mit 13 ehrenamtlichen Bachpaten unter der Leitung von Helmut Helbach. Nachdem er 2002 verstarb, übernahm Helmut Fohler das Amt, bis er es 2015 an Harry Faaß weitergab.

Aber wie wird man eigentlich Bachpate? Anders als bei einem Verein kann man den Bachpaten nicht einfach beitreten. Man wird dazu ernannt. „Das ist eine große Ehre“, sagt Faaß. Denn für den Bereich Kämpfel- und Bruchbach gibt es nur 16 vom Karlsruher Anglerverein genehmigte Bachpaten. Das bedeutet: Nur, wenn ein Mitglied aussteigt oder aufhört, kann man neu dazustoßen. Zusammen mit „dem harten Kern“ sucht Faaß denjenigen aus, der nachrücken soll. „Es muss jemand sein, der sich durch Anwesenheit und Engagement auszeichnet.“ Dabei hat Faaß auch immer den Altersschnitt im Blick und versucht, möglichst auch junge Mitglieder zu gewinnen. Denn mit der Arbeit der Bachpaten soll es auch in Zukunft weitergehen.

Arbeit der Bachpaten kann sich sehen lassen

In den zurückliegenden 25 Jahren haben die Bachpaten rund 3250 Erlen gepflanzt und gepflegt. Hinzukommen zahlreiche Weiden und standortgerechte Sträucher. Ein durchgängiger, strukturierter Gehölzsaum erleichtert vielen Wildtieren das Wandern. Faaß spricht von einer „Autobahn für Tiere“. Durch gezielte Bepflanzung und den Einbau von Strömungslenkern erhielt der Bachlauf wieder natürliche Kurven, die bei der in den 1930er-Jahren erfolgten Begradigung entfernt worden waren. Bis heute sind 24 naturgemäße Ufersanierungen auf rund 1000 Metern ausgeführt worden. Zwei Mal pro Jahr nehmen die Bachpaten eine chemische und biologische Gewässeruntersuchung vor. Der Kämpfelbach verfügt über eine gute Wasserqualität und ist daher auch für empfindliche Fische wie Forellen geeignet. Jedes Jahr setzen die Bachpaten vom Anglerverein aufgezogene Forellen ein, weil es in dem Bach zu wenig Brutmöglichkeiten für sie gibt. Auch die Wasseramseln hat man wieder angesiedelt, etwa durch das Anbringen von Nistkästen. Heimische Kleinfische wie Elritze, Stichling oder Schmerle liegen den Bachpaten ebenfalls am Herzen. Außerdem versuchen sie derzeit, Edelkrebse anzusiedeln. Bisher hatte man damit allerdings keinen nachhaltigen Erfolg. Um der Sache auf den Grund zu gehen, soll bald eine Bestandsaufnahme erfolgen. – Nico Roller

 

Zahlen zum Thema

500 Arbeitsstunden absolvieren die Bachpaten jährlich.
16 aktive Mitglieder haben die Bachpaten Kämpfelbach.
60 Kopfweiden schneiden die Bachpaten jährlich zurück.

 

November 2019

Kämpfelbach Bachpaten engagieren sich beim Kinderferienprogramm

Kinder erkunden Kämpfelbach

 

Im Rahmen des Kämpfelbacher Kinderferienprogramms 2019 durften die Kinder unter Anleitung der AVK-Bachpaten um Harry Faaß den Kämpfelbach erkunden.

Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Kämpfelbach, Ausgabe 34 und 35, 2019, wurde darüber in zwei Beitraägen von Frau Christine Fischer berichet. (►hier)

Bachpatengruppe Kämpfelbach erhält Akku für Rebschere

Bereits im Vorjahr durften sich die Bachpaten Käpfelbach des Anglerverein Karlsruhe über eine neuen Rebschere freuen. Sehr zur Freude der ehrenamtlichen Helfer rund um Bachpatenleiter Harry Faaß und dessen Vorgänger Helmuth Fohler, nahm die Gruppe jetzt von Königsbach-Steins Bürgermeister Heiko Genther als Geschenk den passenden Akku entgegen. AVK-Präsident Thomas Biletzky und Vizepräsident Joachim Meyer bedankten sich bei der Gemeinde Königsbach-Stein für die großzügige Spende und bei dem Bachpatenteam für ihr außerordentliches Engagement.

Auf der Homepage der Gemeinde kann der Bericht mit den Bachpaten online eingesehen werden (http://www.koenigsbach-stein.de/leben/buergernachrichten/bachpaten-starten-durch-id_1068/).

Im Auftrag von Flora und Fauna - 25jähriges Jubiläum der Bachpaten Kämpfelbach

Die Bachpatengruppe Kämpfelbach des Anglerverein Karlsruhe, feiert ihr 25jähriges Bestehen!
Vor genau 25 Jahren übernahm der Anglerverein Karlsruhe die Patenschaft für den Kämpfelbach, sowie deren Nebengewässer in Ersingen und Bilfingen.
Der Kämpfelbach durchwandert nach seinem Austritt aus dem Berg auf der Wilferdinger Höhe in Pforzheim, bei Ispringen, die noch örtlich geprägten Gemeinden Kämpfelbach (Ersingen und Bilfingen) und Königsbach-Stein, um bereits nach 14 Kilometern bei Remchingen-Singen in die Pfinz einzumünden.
Die ursprünglich  im April 1991 gegründete Gruppe startete mit 13 ehrenamtlichen Bachpaten des Anglervereins unter Leitung von Helmut Helbach, der 2002 verstarb. Nach seinem Tod übernahm Helmut Fohler das Amt, dass er 2015 an den aktuellen Bachpaten-Leiter Harry Faaß abgab.
Eine Bachpatenschaft ist ehrenamtlich. Sie bedeutet sich um ein Gewässer zu kümmern und dieses in einen möglichst naturnahen Zustand zurückzuführen.
So wurden in den letzten 25 Jahren ca. 3250 Erlen gepflanzt und gepflegt. Der Bachlauf erhielt wieder „natürliche  Kurven“ die in den 30er Jahren aufgrund der damals unüberlegten Begradigung verboten waren. Rückblickend wurden bis heute 23 naturgemäße Ufersanierungen durchgeführt, insgesamt stolze 1033 Meter. Die Fische finden neben den strömenden Stellen dadurch wieder Ruhebereiche und sichere Unterstellmöglichkeiten. 
Dabei müssen vielerlei Richtlinien, Gesetze und Vorgaben beachtet werden, wie die des Wasserbaus oder das Naturschutzgesetz. 
Der Kämpfelbach verfügt über eine gute Wasserqualität (Gewässergüte Klasse 2). Es ist somit ein geeignetes Gewässer für empfindliche Fische wie beispielsweise Forellen. 
In deutschen Gewässern kam es in der Vergangenheit zu einem starken künstlichen Besatz mit der aus den USA stammenden Regenbogenforelle, die weniger Ansprüche an die Wasserqualität stellte und schnellwüchsiger ist. Zum Schutz heimischer Fischarten, besetzt der Anglerverein Karlsruhe das Gewässer mit ca. 4000 jungen, in Deutschland heimischen Bachforellen. Die Fische werden dafür unter hohem Aufwand und viel ehrenamtlichen Engagement im vereinseigenen Bruthaus  in Karlsruhe herangezüchtet.
Nach dem Ergebnis ständiger Beobachtungen ist es ebenfalls wieder gelungen, neben den in unseren Breiten selten gewordenen Wasseramseln anzusiedeln.Der kleine, schwarz-weiße Singvogel ist eng an das Leben entlang schnellfließender, klarer Gewässer wie dem Kämpfelbach gebunden. Die hohen Bestände der Wasseramsel in weiten Teilen Europas gingen Anfang der 60er Jahre rapide zurück; verantwortlich dafür waren Uferverbauungen, Flussbegradigungen und andere wasserbauliche Maßnahmen. Mittels das Anbringen von Nisthilfen durch die  fleißige Anglerschaft, konnten sich  der Bestand in der Region erholen, sodass heute die 7 Wasseramselhabitate wieder besetzt sind.  
Doch auch die Wiederansiedlung heimischer Kleinfischarten liegt den Bachpaten in den letzten 25 Jahren am Herzen, dazu gehören beispielsweise unbekannte Kleinfische wie Elritze, Schmerle oder Stichling.
Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung wurde  eigens um Fischen und Kleinstlebewesen das Wandern im Gewässer zu ermöglichen, das Wehr am Bilfinger Mühlkanal umgebaut.
Momentan besteht die Bachpatengruppe Kämpfelbach des Anglervereins Karlsruhe aus 16 aktiven Mitgliedern.
Doch die Arbeit geht den fleißigen Anglern nie aus. Regelmäßig müssen Bäume zurückgeschnitten werden und die Teilnahme am Ferienprogramm organisiert werden. Jährlich wird der Kämpfelbach und seine Ufer bei einer großangelegten Aktion von herumliegendem Müll befreit. 
Am Kämpfelbach ist in den 25 Jahren dank der hervorragenden Arbeit der Bachpaten  wieder eine fast unberührte ökologische Nische für Pflanzen und Tiere entstanden. Dem Gewässer mit seiner heute wieder faszinierenden Veränderung des Bachverlaufes und seinem natürlichem Charme, sind viele Angler und Naturliebhaber verfallen.                     

 

-Bachpatengruppe bei der Arbeit am Kämpfelbach- es gibt immer etwas zu tun-

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Sandra Klingert/09.02.2016

Bachpatengruppe Kämpfelbach erhält Motorsäge

Die Bachpatengruppe Kämpfelbach, unter der Leitung von unserem Helmut Fohler, hat für ihr überdurchschnittliches Engagement im Rahmen der Bachpatenschaft eine Motorsäge von der Gemeinde Königsbach-Stein als Dankeschön erhalten. Bürgermeister Genthner überreichte die Säge an die Mannschaft um Helmut Fohler. Der AVK freut sich sehr über diese Anerkennung und ist stolz auf die vielen Helfer die uns tatkräfitg unterstützen. Ein großer Dank gilt Helmut Fohler und seinem Team, welches hier für uns tätig ist. Für die vielen verschiedenen Arbeiten die der AVK zu bewältigen hat brauchen wir ständig Unterstützung. Möchten Sie dazu gehören?  Melden Sie sich!

Die Bachpaten vom Kämpfelbach

Auf der Gemeinderatssitzung der Gemeinde Kämpfelbach wurde durch unseren Helmut Fohler ein Bericht  über die getätigten Arbeiten sowie über das Arbeitspensum und das geleistete ehrenamtliche Engagement abgelegt. Im Jahr 2013 wurden so allein durch unsere Bachpaten vom Kämpfelbach ca. 638 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Unter der Leitung von Helmut Fohler lagen die Schwerpunkte 2013 auf der biologischen und chemischen Gewässeruntersuchung, dem Fischbesatz am ganzen Bachlauf, die Beseitigung der Neophyten, der Ufersanierung und vieles mehr...

Eine Arbeit vor der sogar die Gemeinde Respekt und Anerkennung zeigt. Wir sind stolz auf Helmut Fohler und sein Team, welches unseren Verein so tatkräftig unterstützt und uns über Gebühr vertritt. Herzlichen Dank!

Team Kämpfelbach packt an

Im Januar und Februar konzentrierte sich die Bachpatengruppe Kämpfelbach speziell auf die Gehölzpflege am Kämpfelbach auf der Gemarkung Kämpfelbach-Bilfingen. Bei den ausschließlich ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden der Bachpatengruppe um Helmut Fohler wurden unter anderem die Weiden entlang des Gewässers auf Kopf gesetzt, die Erlen auf Stock und dort wo nötig auch entfernt. Da diese Arbeiten selbst für unsere Mannschaft und die angrenzenden Gebäude nicht ganz ungefährlich waren, wurden wir durch schweres Gerät unterstützt, um so die Sicherheit bei der Durchführung der Arbeitseinsätze zu gewährleisten. Herzlichen Dank hierfür.

Die Gehölzpflege in diesem Bereich ist besonders wichtig um unser Gewässer in gewohnt gutem Zustand zu erhalten. Auch hier kann sich der Verein nur für das geleistete Engagement der  Mannschaft um Helmut Fohler bedanken und ist stolz solche tatkräftigen Mitarbeiter zu haben.  Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die Bachpaten stellen sich vor

Was sind eigentlich Bachpatenschaften

Bundesweit unterstützen Bachpatengruppen die Gemeinden bei der naturnahen Pflege und Gestaltung von Fließgewässern und ihrer Uferbereiche. Die vertragliche Übernahme dieser Pflichten bieten Anglervereinen eine hervorragende Möglichkeit, ihre Natur- und Umweltschutzaktivitäten öffentlichkeitswirksam darzustellen und der Natur und den Anglern zu helfen.
Der AVK ist seit 1991 Träger einer Bachpatenschaft für den Kämpfelbach auf den Gemarkungen Königsbach-Stein und der Verbandsgemeinde Kämpfelbach (Ersingen und Bilfingen). Die Bachpatenschaft erstreckt sich auf einen Gewässerabschnitt von ca. 12 km Länge einschließlich Nebengewässer. Der Kämpfelbach ist ein Gewässer des Pfinzsystems, das der Forellenregion zuzurechnen ist.

Der Kämpfelbach bei Königsbach-Stein

Schon im Jahr 1984 hat der AVK zusätzlich für den Teilabschnitt der Alb und deren Nebengewässer zwischen Ettlingen und Karlsruhe (Appenmühle) über eine Strecke von 10 km eine Bachpatenschaft für dieses fischreiche und beliebte Gewässer übernommen.

Die Alb

Als Grundlage für die Bachpatenarbeit wurde für beide Fließgewässer von den Bachpaten eine umfangreiche ökomorphologische Bestandsaufnahme gem. dem "Handbuch Wasserbau" durchgeführt. Als Ergebnis dieser Arbeit wurden für die unterhaltungs- und ausbaupflichtigen Kommunen die gewässerspezifischen Probleme und Defizite herausgestellt und von diesen Stellen mitgetragene Lösungsansätze erarbeitet.

Ziel der Bachpatenschaften

Ziel der Bachpatenarbeit ist es, wieder naturnahe und intakte Gewässer mit einer großen Artenvielfalt und Bestandsdichte herzustellen. Hierbei galt es, in der Vergangenheit viele Widerstände der Gewässeranlieger und Nutzungsberechtigten aus dem Wege zu räumen. Bei Übernahme dieser Verantwortung waren die Uferbereiche beider Gewässer noch stark erodiert. Die teilweise unnötige Verdohlung dieser Salmonidengewässer hatte zu hohen Fließgeschwindigkeiten und zu einer mangelhaften Selbstreinigungskraft geführt. Fehlende Versteck- und Unterstellmöglichkeiten für Fische und ein unzureichendes Nahrungsangebot hatte diese Gewässer für die heimischen Fische unattraktiv gemacht.

Maßnahmen der Bachpatengruppen

  • Gewässerputzaktionen
    • u.a. Beseitigung von unnatürlichen Abflusshindernissen
  • Gehölzpflege an der Uferzone
    • Ersatz von überaltertem und nicht standortgerechten Gehölzen
  • Ständige biologische und chemische Kontrolle der Wasserqualität
  • Anlage von künstlichen Laichhabitaten
    • Laichhilfe zur Förderung des natürlichen Fischbestandes
  • Förderung des Wasseramselbestandes
    • Bau von Nistkästen
  • Beseitigung der Ufererosion
    • Umfangreiche Ufersanierungen durch Faschinenbau mit Pflanzung von ufersicherndem Wurzel- und Flechtwerk aus heimischen Wildwuchs
  • Renaturierung der Bachsohle
    • Lenkung der Strömung durch den Einbau von Strömungslenkern und Beseitigung von Faulschlammschichten
  • Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit
    • Beseitigung von Wanderhindernissen
  • Wiederansiedlung von gefährdeten und auf der Roten Liste stehenden Fischarten
  • Generelle Verbesserung der Struktur des Fließgewässers

Das Ergebnis dieser Arbeit kann sich sehen lassen. Viele Uferbereiche sind wieder grün und bewachsen, wo sich Insekten angesiedelt haben und den Forellen eine gute Nahrungsgrundlage bieten. Allerdings war und ist viel Idealismus und Kreativität bei der Hege und Pflege der natürlichen Gewässerlandschaft erforderlich. Beide Bachpatengruppen haben in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen eine hervorragende Arbeit geleistet und das Ansehen des AVK erheblich gefördert. Über die bisher geleistete Bachpatenarbeit liegen eine umfangreiche Dia-Sammlung sowie mehrere Schautafeln vor. Die Bachpatengruppen werden unter diesem Link in lockerer Reihenfolge anhand von Vorher- und Nachhervergleichen besonders gelungene Erfolge ihrer Arbeit exemplarisch vorstellen und für Interessierte eine Art Anweisung und Hilfe für die Renaturierung von Fließgewässern erstellen.

An einer Mitarbeit Interessierte können sich gerne mit den Leitern unserer Bachpatengruppen in Verbindung setzen.

 

Wir verwenden Cookies. Diese helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Erfassung von Informationen durch Cookies zu. Mehr erfahren...

OK