Aalbesatz 2026

Aalbesatz 2026: Ein wichtiger Beitrag für den Artenschutz in unseren Gewässe
Fotos: Eric Lutz
Am 08. Mai 2026 fand der jährliche Aalbesatz in den AVK-Gewässern statt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die massiv gefährdeten Bestände des Europäischen Aals zu stützen und langfristig zu sichern.
Erfolgreiche Logistik am Bruthaus
Am Morgen des 08.05.2026 traf der Fischtransporter am AVK-Bruthaus am Knielinger See ein. Unter der Leitung unseres Vizepräsidenten Eric Lutz und des Bereichsleiters Gewässerpflege (Robert Trutter) nahmen die Hegewarte Süd (Bernhard Liebold), Mitte (Mario Lehmann) und Nord (Rainer Doll) die wertvolle Fracht in Empfang:
- 80 kg Farmaale wurden vom Land Baden-Württemberg (in Kooperation mit dem RP Karlsruhe) bereitgestellt.
- Zusätzliche 10 kg finanzierte der AVK aus Eigenmitteln, um den Besatz weiter zu stärken.
Vom Atlantik in unsere Heimat
Die Reise dieser Aale ist beeindruckend: Als Glasaale an der französischen Küste gefangen, wuchsen sie in speziellen Anlagen zu robusten Farmaalen heran. Nun wurden sie gezielt in jenen AVK-Gewässern ausgesetzt, die einen direkten Zugang zum Rhein haben. Dies ist essenziell, da die erwachsenen Aale zur Fortpflanzung die tausende Kilometer lange Reise zurück in die Sargassosee (Atlantik) antreten müssen.
Warum Besatz allein nicht ausreicht
Der Bestand des Europäischen Aals ist seit den 1970/1980 -Jahren drastisch um 90-99% geschrumpft und befindet sich immer noch auf einem extremen Tiefstrand. Da die künstliche Vermehrung dieser Tiere bis heute unmöglich ist, bleibt der Besatz eine zentrale Säule des Artenschutzes.
Die Besatzmaßnahmen allein reichen aber nicht aus, um einen sich selbst erhaltenen Bestand zu entwickeln. Es müssen aber auch weitere Ursachen für Gefährdung des Aales minimiert werden. Hier sind die immer stärkere Verbauung der Gewässer, die Belastung durch fischfressende Vögel (hauptsächlich Kormorane) und durch Parasiten zu nennen. Besonders gefährlich sind die ungeschützten Wasserkraftstandorte, deren Turbinen für die Richtung Meer abwandernden Tiere zur tödliche Falle werden.
kg, 14.05.2026