Anglerverein Karlsruhe e.V.

Sie befinden sich auf: Aktuelles

Aktuelles

Extremes Niedrigwasser 2026: Der Rhein und seine Ökosysteme unter Druck

11.10.2026


Verlauf des Pegelstands Maxau 2026

Der Wasserstand im Rhein ist zurzeit gekennzeichnet durch  historisch niedrige Werte – mit weitreichenden Folgen für die Natur in unserer Region. Die obige Abbildung zeigt den bisherigen Verlauf des Pegelstands Maxau.  Am 29. September und am 7. Oktober 2026 sank der Rheinpegel Maxau sogar auf nur noch 278 cm. Ein historisch niedriger Wasserstand.

Wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen

Während die stark eingeschränkte Binnenschifffahrt vor allem wirtschaftliche Probleme verursacht, sind die ökologischen Folgen meist weniger sichtbar, aber umso gravierender. Flache Uferbereiche fallen großflächig trocken, wichtige Rückzugsräume verschwinden und die Lebensbedingungen für Fische, Kleinstlebewesen und Wasserpflanzen verschlechtern sich dramatisch.

Schleichender Verlust von Lebensraum für Lebewesen

Was für Spaziergänger oft nach imposanten Kiesbänken und breiten Uferstreifen aussieht, bedeutet für unzählige Lebewesen den schleichenden Verlust ihres Lebensraums:

  • Verlust von Kinderstuben: Flachwasserzonen dienen vielen Fischarten als Schutz vor Strömung und Fressfeinden sowie als Laichplatz. Fallen diese trocken, bricht der Nachwuchs weg.
  • Bedrohung der Sohlfauna: Schnecken, Muscheln und Insektenlarven, die sich nicht schnell genug mit dem zurückweichenden Wasser bewegen können, trocknen an den Ufern aus.
  • Erwärmung und Sauerstoffmangel: In verbleibenden Restwasserzonen und flachen Seitenarmen erwärmt sich das Wasser schneller, was zu einem bedrohlichen Abfall des Sauerstoffgehalts führt.
 Fotoimpressionen vom 7. Oktober 2026

Die folgenden Fotoimpressionen zeigen eindrücklich die Situation am Rhein und am nahegelegenen Knielinger See. Der Vergleich mit normalem Wasserstand macht sichtbar, wie sehr unsere Gewässer und ihre Bewohner unter dem extremen Niedrigwasser leiden.


Rhein bei der Karlsruher Rheinbrücke: Blick nach Süden (©KG)



Rhein (km 360,5): Blick nach Süden



Rhein (km  360,5): Blick nach Norden zur Rheinbrücke



Federbachbrücke zum Knielinger See: Blick nach Norden



Federbachbrücke zum Knielinger See: Blick nach Süden



Willichgraben am Nordende des Knielinger Sees mit Zulauf Federbach-Bypass

 


Auslauf zum Willichgraben im Norden des Knielinger Sees 


Fazit

Das Niedrigwasser ist nicht nur ein logistisches Problem der Schiffahrt, sondern ein ernster Weckruf für den Gewässer- und Naturschutz. Der Erhalt und die Renaturierung robuster, tiefere Rückzugsmöglichkeiten bietender Gewässerstrukturen werden in Zeiten sich häufender Extremwetterlagen immer entscheidender.

kg, 11.10.2026


zurück zur Übersicht