Sommer, Sonne, Rapfen... (von AVK-Mitglied Holger Kuscher)

Wer im Juni, Juli und August, wenn die Sonne gnadenlos brennt und fast alle Räuber ihre Jagdausflüge in die kühleren Morgen- bzw. Abendstunden verlagern, dennoch  so verrückt ist, anstatt selbst das kühlende Nass aufzusuchen, lieber fischen zu gehen, der wird mit adrenalinreichen Topwaterattacken, spritzigen Drills und schönen Fischen entschädigt. 

Und lasst Euch gesagt sein: „Wenn Euch das erste Mal, trotz Temperaturen über 25 Grad, der Biss eines Rapfens direkt vor Euren Füßen auf einen Oberflächenköder das Blut in der Adern gefrieren lässt, seid auch Ihr mit dem Topwatervirus infiziert - Heilung ausgeschlossen!“  

In dem folgenden Beitrag berichte ich Euch von Hot Spots, über Tackle bis hin zu Tipps und Tricks zum erfolgreichen „Topwatern“ im Sommer auf Rapfen an meinem Hausgewässer - dem Rhein, rund um Karlsruhe. 

Zum Einstieg werde ich Euch mit ein paar Zeilen diesen stromlinienförmigen Räuber etwas näher bringen, denn nur wenn man seinen Zielfisch kennt und ihn zumindest ansatzweise versteht, gelingt es einem diesen regelmäßig an den Haken zu bekommen.

Der Rapfen

Genau genommen ist der Rapfen (ehemals Aspius aspius neuerdings wird er wissenschaftlich Leuciscus aspius bezeichnet) wie der Döbel und der Aland auch ein räuberischer Friedfisch, der zur Familie der Karpfen gehört. Während er sich in frühester Jugend bis zu einer Größe von ungefähr 40 mm von Kleinstlebewesen ernährt, entwickelt er sich in fortgeschrittenem Alter vom Sammler zum gnadenlosen Jäger. 

Der ursprünglich aus Osteuropa stammende Räuber ist durch den Main-Donau-Kanal zu uns nach Westeuropa eingewandert. Er liebt das schnell fließende Gewässer und fühlt sich somit in den großen Flüssen wie Rhein, Main, Donau, Elbe... pudelwohl. Aber auch in den kleineren Flüssen und Bächen nimmt seine Population kontinuierlich zu. 

Durch sein oberständiges Maul ist der Rapfen, auch Schied genannt, perfekt für das Jagen an der Oberfläche bzw. der oberen Wasserschicht ausgestattet. Man kann den Rapfen durchaus als Schwarmfisch bezeichnen. Er geht im Trupp auf Jagd, allerdings wird dieser kleiner umso größer die Fische sind. Die kapitalen Fische sind meiner Erfahrung nach sehr oft Einzelgänger, die sich abseits der Trupps bewegen. 

Rapfen sind nicht wirklich standorttreue Fische, aber sie haben ihre festen „Futterstellen“, an denen sie regelmäßig unterwegs sind. Hierbei kann es schon mal vorkommen, dass Rapfen bis zu 70 Kilometer zurücklegen.

Färbung und Sonderform

Der Rapfen trägt ein typisches „Weißfischkleid“, mit gräulichen Flossen. 

In den letzten Jahren gingen mir allerdings immer öfter Fische mit roten Bauchflossen und golden schimmernden Schuppen an den Haken. Hierbei handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Alanden und Rapfen, den sogenannten Ralanden, die die schön anzusehende Färbung sowie den massiven Körperbau vom Aland und das Temperament vom Rapfen besitzen.

Eine genaue Bestimmung ist allerdings nicht immer ganz einfach und Verwechslungen zwischen Alanden und Ralanden kommen immer wieder mal vor.

Mehr Infos und tolle Bilder von unseren Gewässern, auf S. 68 ff. im kostenlosen Onlinemagazin "Räuber & Co".

 

Zum Seitenanfang