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Politischer Fischereitag in Linkenheim-Hochstetten am 16.06.2017

19.06.2017

Insgesamt 5 Vertreter der Parteien SPD (Patrick Diebold), FDP (MdL Klaus Hoher), CDU (MdL Joachim Kössler), Linke (Klaus Huska) und AFD (Alexander Arpaschi), standen am Freitag, den 16.06.2017 beim gut besuchten 2. politischen Fischereitag in Linkenheim-Hochstetten Rede und Antwort. Die derzeit führende Partei DIE GRÜNEN, sagte aufgrund einer größeren Veranstaltung in Berlin ab und verzichtete auf eine Stellungnahme.

Unter der Moderation von Manfred Eilber (Anglerverein Eggenstein) war die Hauptthematik erneut die Kormoranpolitik, sowie die Abschaffung des Nachtangelverbotes.

AVK-Präsident Thomas Biletzki und Vizepräsident Joachim Meyer, sowie zahlreiche AVK-Mitglieder nahmen an der Sitzung teil. Bürgermeister Mösslang (Linkenheim-Hochstetten) richtete Grußworte an alle Anwesenden.

Udo Metz (Anglerverein Linkenheim) gab einen Rückblick zum ersten politischen Fischereitag im November 2015.Resümee: Linke, FDP, SPD, CDU und AFD befürworteten sowohl eine verbesserte Kormoranpolitik, eine Aufhebung des Nachtangelverbotes, sowie eine Herabsetzung des Eintrittsalters für den Jugendfischereischein. Nur DIE GRÜNEN, damals vertreten durch Fr. Schwarze hatten Bedenken. Traurig: Bis zum heutigen Tag konnten die Parteien keine Änderung der Gesetzeslage in Baden-Württemberg bewirken.

Die CDU gab an weiterhin eine Aufhebung des Nachtangelverbotes zu befürworten, benötigt aber hierzu die Mehrheit im Landtag, welche momentan Die Grünen haben.

Mit dem Einzug des fischfressenden Vogels „Kormoran“ schultern viele Vereine in Karlsruhe ein weiteres Problem. Zahlreiche Brutpaare und Kolonien des Vogels tümmeln sich auf den Seen am und rund um den Rhein. Durchschnittlich 2,8 kg Fisch angelt ein Angler jährlich aus den Karlsruher Gewässern. So viel wie ein einziger Kormoran in sechs Tagen verschlingt.

Doch der elegante Vogel ist für Naturschützer „sichtbar“. Die Fische sind es nicht.

Udo Metz zeigte Bildaufnahmen der vergangenen Jahre, die die Kormorane an unterschiedlichsten Seen zu unterschiedlichsten Jahreszeiten zeigte und rechnete den Fischbedarf der in der Anglerschaft nicht sehr beliebten Vögel hoch. Es gehe, so die Angler, nicht um die Ausrottung des Kormorans, sondern dessen Vergrämung. J. Kössler (CDU) schlug den Anglern vor das Problem an höherer Stelle dringlicher zu machen und bot seine aktive Hilfe an. AFD und FDP stimmten ebenfalls einer verbesserten Kormoranpolitik zu. P. Diebold (SPD) sah vor allem auf EU-Ebene eine Möglichkeit das Problem zu lösen, da auch andere Bundesländer und EU-Staaten betroffen seien. Etwas praxisfern schien der Anglerschaft der Vorschlag von K. Huska (LINKE) „besser einen Raubvogel einzusetzen der den Kormoran bejagt“. Einen derartigen Vogel gibt es nicht. Auch K. Huska konnte keinen entsprechenden Raubvogel benennen.

Diskussionsstoff bot auch die Organisation „PETA“, die laut Metz als ein us-amerikanischer Verein, mit angeblich nur neun Mitgliedern, medienwirksam die Anglerschaft angreift. Mit Ausnahme der LINKEN schienen sich alle Parteien einig darin, dass „PETA“ als gemeinnützige Organisation hinterfragt werden müsse.

Ob es letztendlich wieder nur bei Versprechungen bleibt oder ob die „Rheinschiene“ in Karlsruhe weiterhin, in puncto „Nachtangeln“ mit neidischem Blick auf die Pfälzer Rheinseite blicken muss, bleibt dahingestellt.


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